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Biram Dah Abeid

Biram Dah Abeid, mauretanischer Sklavereigegner und Preisträger des UN-Menschenrechtspreises 2013 zu zwei Jahren Haft verurteilt

Biram Dah Abeid war, zusammen mit anderen Teilnehmenden eines von mehreren mauretanischen Nichtregierungsorganisationen initiierten friedlichen Protestzugs, der ‘Karawane gegen Sklaverei und Landraub’, am 11. November 2014 verhaftet worden. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation IRA Mauritanie (Initiative de Résurgence du Mouvement Abolitionniste) wurden die Inhaftierten mit Knüppeln geschlagen, auf dem Boden geschleift, durch Entkleidung und andere Handlungen erniedrigt, und Versuche unternommen, sie zur Unterzeichnung von Geständnissen zu zwingen. Nach weiteren friedlichen Demonstrationen gegen die Inhaftierungen ließen die Justizbehörden das IRA-Büro schließen und den IRA-Sprecher verhaften. Die Häftlinge wurden wegen Aufrufs zu einer nicht offiziell angemeldeten Demonstration, Teilnahme an einer Demonstration und der Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation angeklagt; Biram Dah Abeid drohte, einigen Berichten zufolge, die Todesstrafe. Am 15. Januar wurden Biram Dah Abeid und zwei weitere führende Mitarbeiter in einem von der internationalen Gemeinschaft als unfair betrachteten Prozess wegen vermeintlicher „Anstiftung zu einer Rebellion“ zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Biram Dah Abeid, ausgebildeter Jurist, stammt aus einer Familie von Sklaven und Freigelassenen. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich gegen die Praxis der Sklaverei in Mauretanien. 2008 gründete er IRA, eine Anti-Sklaverei-Organisation,der seit Jahren von den mauretanischen Behörden die Anerkennung als Nichtregierungsorganisation verweigert wird. 2014 kandidierte er für das Präsidentenamt und erhielt die zweitmeisten Stimmen.

In seiner Entschließung vom 18.12.2014 verurteilt das Europäische Parlament „die Festnahme und andauernde Inhaftierung des Kämpfers gegen die Sklaverei Biram Dah Abeid und seiner Mitstreiter auf das Schärfste und fordert ihre umgehende Freilassung; (…) fordert die mauretanischen Behörden nachdrücklich auf, die an Missbrauch und Folter von Häftlingen beteiligten Beamten strafrechtlich zu verfolgen (…) [und die] mauretanische Regierung (…), die Gewaltanwendung gegenüber Zivilisten, die an friedlichen öffentlichen Protesten und Medienkampagnen zur Unterstützung von Biram Dah Abeid teilnehmen, sowie das brutale Vorgehen gegen die Zivilgesellschaft und die politische Opposition zu beenden und (…) die Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu gewähren“.

Literatur

Entwicklungspolitik Online. Haftstrafen für Anti-Sklaverei-Aktivisten in Mauretanien. 18. Januar 2015. http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=11017:haftstrafen-fuer-anti-sklaverei-aktivisten-in-mauretanien&catid=27&Itemid=69

Europäisches Parlament. 2014. Entschließung vom 18. Dezember 2014 zu Mauretanien, insbesondere dem Fall von Biram Dah Abeid (2014/2999(RSP))
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=TA&reference=P8-TA-2014-0107&language=DE