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15.4.2015 - Film "War Child"


Mittwoch, 15. April, 19.00 Uhr, Kino 8 ½,
Nauwieserstr. 19, 66111 Saarbrücken

Film WAR CHILD + Diskussion mit Experten

"WAR CHILD. VOM KINDERSOLDATEN ZUM HIP-HOP-SÄNGER. KINDER IN BEWAFFNETEN
KONFLIKTEN UND DIE ROLLE VON (DEUTSCHEN) KLEINWAFFEN"

mit dem Referenten Ralf Willinger, Experte zu 'Kinder in bewaffneten
Konflikten' und zum 'Einsatz von Kleinwaffen', terre des hommes,
Osnabrück.

Film: "War Child"
Regie: Karim Chrobog
Eine Produktion von: REEL U FILMS
Dok., 2008, USA/Sudan/Kenia. OV mit dt. UT, 94 Min.

Film:
In dem auf mehreren internationalen Filmfestivals ausgezeichneten Film
WAR CHILD zeichnet der Regisseur Christian Karim Chrobog das Leben des
ehemaligen, 1980 im Sudan geborenen Kindersoldaten und heutigen
Hip-Hop-Stars Emmanuel Jal nach. Jals Vater war Soldat der
sudanesischen Befreiungsarmee. Als seine Mutter starb, wurde der
siebenjährige Jal in einem Trainingscamp in Äthiopien zum
Kindersoldaten ausgebildet. 1991 desertierte er mit 400 anderen Kindern.
Nur zwölf Kinder überlebten die Flucht. Später wurde Jal von einer
Mitarbeiterin der Kinderhilfsorganisation „Street Kids" adoptiert.
Seine neue Mutter, die mit einem Rebellenführer verheiratet war,
schmuggelte den Jungen nach Kenia, wo er in Nairobi eine Schule
besuchte. 1993 starb seine Adoptivmutter bei einem Autounfall.
Daraufhin ermöglichten ihm Freunde den weiteren Schulbesuch. 2005
landete er mit „Gua" in Kenia einen Hit. Mittlerweile ist Jal in Afrika
ein Star. Seine Liedtexte drehen sich um den Bürgerkrieg im Sudan und
fordern zu Frieden und Toleranz auf. Jal: „Mit Worten kann man Menschen
dazu bringen, einander umzubringen. Oder einander zu vergeben." Jal ist
Sprecher von „Stop the Use of Child Soldiers" und seit 2006 Botschafter
der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam. Jals Leben, so die New York
Times, ist ein Beweis dafür, dass jeder Einzelne etwas verändern kann.

Hintergrund:
Nach wie vor werden weltweit rund 250.000 Kinder in mindestens 17
Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika von bewaffneten Gruppen als
Soldat_innen rekrutiert: für den Kampf, die Spionage, das Minenlegen
oder die Minensuche, als Träger, Köch_innen, Hausangestellte oder als
Sexsklavinnen. Sie werden entführt oder mit falschen Versprechungen und
einem geringen Sold gelockt, um dann zu Tätern gedrillt zu werden.
Da Kindersoldat_innen von den Vorgesetzten als "weniger wertvoll"
angesehen werden als erwachsene Soldat_innen, werden sie an besonders
gefährlichen Stellen an der Front eingesetzt. Dort sind sie mit extremer
Gewalt konfrontiert; entsprechend hoch ist das Risiko, verletzt oder
getötet zu werden. Oft durch Misshandlungen oder Drogen zu gefügigen
kleinen Soldat_innen gemacht, lernen die Kinder das Töten. Aus der
alltäglichen Konfrontation mit extremer Gewalt und Unmenschlichkeit
gehen diese Kinder nicht unversehrt hervor. Zu absolutem Gehorsam
gezwungen, schwindet das Selbstbewusstsein der Kinder, stumpfen sie
gegenüber Grausamkeiten ab und verwahrlosen emotional. Die traumatischen
körperlichen und seelischen Erlebnisse belasten sie schwer und
beeinträchtigen ihre weitere Entwicklung und Zukunft.
Leichte und billige Kleinwaffen auch aus Europa und Deutschland
ermöglichen es den Kriegsherren, auch junge Kinder an die Front zu
schicken. Ohne diese "kinderleicht" zu bedienenden Waffen wäre der
Einsatz von Kindern mit Waffen nicht möglich. Mancherorts kostet eine
Kalaschnikow nicht mehr als 30 US-Dollar - die Krisengebiete dieser Welt
werden überschüttet mit solchen Billigwaffen. Durch sie kommen in
bewaffneten Konflikten weltweit die meisten Menschen unter der
Zivilbevölkerung um, mehr als durch alle anderen Waffengattungen.
Deutschland ist inzwischen der drittgrößte Waffenexporteur.


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